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Pressemitteilung: Ohne berufliche Weiterbildung drohen strukturelle Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel

Frankfurt am Main, 2. Oktober 2019 – „Arbeit 4.0“ ist keine Zukunftsvision. Vielmehr hat die Zukunft der Arbeit längst begonnen. Die wachsende internationale Vernetzung zwischen Mensch und Maschine, aber auch von Maschinen untereinander, verändert die Produktionsweise grundlegend und schafft neue Produkte und Dienstleistungen. Arbeiten wird zunehmend vernetzter, digitaler und flexibler – und wir befinden uns bereits mitten im Umbruch. „Wohin die Reise geht, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt ungewiss. Sicher aber ist, dass sich die Kompetenzerfordernisse an die Beschäftigten aktuell verändern und sich in Zukunft weiter verändern werden“, betont Claus Kapelke, Vorstandsvorsitzender des Vereins Weiterbildung Hessen e. V. und ergänzt: „Neben den Grundlagen der Digitalisierung und Kompetenzen der Informations- und Kommunikationstechnik werden dazu vor allem personale Kompetenzen zum selbstorganisierten, kreativen Handeln und zur Bewältigung von Herausforderungen unter Nutzung digitaler Technologien stehen.“

Doch wie werden die Perspektiven der Beschäftigten in Deutschland und in Hessen sein? Welche Beschäftigungseffekte sind von der Digitalen Transformation zu erwarten? Unter anderem diesen Fragen ist Weiterbildung Hessen e. V. im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums im jüngst erschienen Leitfaden für Bildungsanbieter „Berufliche Weiterbildung im Zeitalter der Digitalen Transformation“ nachgegangen.

Der Leitfaden steht kostenlos als Download unter
www.wb-hessen.de/projekte/digitalisierung-in-der-weiterbildung/
bereit.

„Bis zum Jahr 2030 werden bundesweit rund sieben Millionen Arbeitsplätze in Deutschland von der Digitalen Transformation betroffen sein. Einerseits werden Routinetätigkeiten in Fertigung und Labor, einfache Tätigkeiten in Handel, Finanzdienstleistungen oder Logistik sowie mittlere Managementtätigkeiten in Unternehmensorganisation und Verwaltung wegfallen, gleichzeitig aber Stellen in qualifizierten IT- und technischen Berufen sowie personenbezogenen Dienstleistungen neu entstehen“, erläutert der Volkswirt und Bildungsforscher von Weiterbildung Hessen e. V., Dr. Rainer Behrend – und ergänzt: „Hinzu kommt, dass rund 60 Prozent der zukünftigen Berufe der Generation Z aktuell noch gar nicht existieren.“ 

Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass dieser strukturelle Wandel reibungslos verlaufen wird. Auf der einen Seite droht durch den Wegfall von Arbeitsplätzen ein Anstieg der Arbeitslosigkeit. Auf der anderen Seite dürften die Unternehmen noch mehr Schwierigkeiten  bekommen, offene Stellen überhaupt zu besetzen. 

„Je zielgerichteter und effektiver das berufliche Weiterbildungsangebot und je umfassender die Weiterbildungsbeteiligung ist, umso weniger Menschen werden ihre Arbeit durch die Digitalisierung verlieren. Außerdem steigt die Zahl der Arbeitsplätze, die durch qualifiziertes Personal besetzt werden können“, ist sich der Vorstandsvorsitzende von Weiterbildung Hessen e. V., Claus Kapelke, sicher und betont: „Unter anderem auch aus Fördermitteln der hessischen Initiative ProAbschluss sind Weiterbildungsmaßnahmen für Beschäftige finanzierbar, welche die berufliche Qualifikation im Zeitalter der Digitalen Transformation erhöhen.“ 
 
Über die Initiative ProAbschluss
Gefördert aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen und der Europäischen Union - Europäischer Sozialfonds werden im Bundesland Hessen Beratung und Finanzhilfen bereitgestellt, die das Nachholen eines Berufsabschlusses wesentlich erleichtern. Die Initiative ProAbschluss hilft damit gleichermaßen Unternehmen im Fachkräfte-Engpass und Beschäftigten. Antragsberechtigt sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Hauptwohnsitz in Hessen, die mindestens 21 Jahre alt sind und noch keinen anerkannten Berufsabschluss in ihrem ausgeübten Beruf haben. Auch geringfügig Beschäftigte, für die der Arbeitgeber Sozialbeiträge bezahlt, werden gefördert. In einer kostenfreien Beratung werden zunächst individuelle Wege und Möglichkeiten ermittelt, die zu einem Berufsabschluss führen können. Finanziell kann fast jede abschlussbezogene Weiterbildungsmaßnahme unterstützt werden. Die Förderung besteht aus einem Zuschuss von 50 Prozent der Teilnahme- und Prüfungsgebühren bis zu einer Höchstgrenze von 4.000 EUR je Qualifizierungsscheck. Administrativ betreut wird ProAbschluss vom gemeinnützigen Verein Weiterbildung Hessen e.V. Mehr Informationen zu ProAbschluss mit allen Beratungsstellen vor Ort unter www.proabschluss.de

Über den Verein
Weiterbildung Hessen e.V. wurde 2003 auf Initiative von 50 hessischen Weiterbildungseinrichtungen mit Unterstützung des Hessischen Wirtschaftsministeriums gegründet. Mit seinen Gütesiegeln fördert der Verein eine hohe Qualität und Transparenz in der hessischen Bildungslandschaft. Er ist im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums für mehrere Projekte verantwortlich, unter anderem für „ProAbschluss“ und die Hessische Weiterbildungsdatenbank. Heute gehören dem Verband rund 320 Mitglieder an.

Kontakt für Rückfragen
Dr. Rainer Behrend
Weiterbildung Hessen e.V. 
Eschersheimer Landstraße 61–63
60322 Frankfurt am Main
Telefon: 069 5979966-21
E-Mail: behrend@proabschluss.de
Internet: www.weiterbildunghessen.de
 

Weitere Informationen

Kerstin Zappe
Projektleiterin Hessische Weiterbildungsdatenbank

069 9150129-13
E-Mail schreiben